Spanischer Immobilienmarkt 2015

Die Immobilienbranche schließt 2014 mit großem Optimismus ab. Nachdem die Branche über mehrere Jahre hinweg von Rückgang und schwarzen Wolken geprägt war, hat das Auftauchen neuer Marktakteure, wie internationale Fonds und Socimis (Immobilieninvestmentgesellschaften zum Vermietungszweck) eine Trendwende eingeleitet. Vor ein paar Monaten hat damit, dass sich zu den Unternehmen neue Akteure, wie die Servicers (mit der Verwaltung und Beitreibung von Hypothekendarlehen befasste Unternehmen), gesellten, eine Veränderung begonnen.

Außerdem erleben wir eine stärkere, nationale wie internationale, Nachfrage seitens der Investoren sowie von Privatleuten, KMU und Gewerbetreibenden. Dieser Zyklusumschwung ist auf die Vielzahl, aber auch auf die Vielfalt der Käufer, die auf diesen Markt gekommen sind, zurückzuführen.

Experten zufolge sind alle Arten von Investoren vertreten: diejenigen, die Servicers erwerben, solche, die durch den Kauf von Verbindlichkeiten einsteigen, Family Offices (die für die Vermögensverwaltung einer einzigen vermögenden Familie zuständig sind), konservativere Fonds, die Gebäude kaufen, und natürlich Hybridfonds, die beispielsweise in Geschäftszentren investieren.

Bei dem Auftauchen neuer Akteure, wie Fonds und Socimis, handelt es sich um einen Strukturwandel, der voraussichtlich nachhaltig sein wird.

Diesen Appetit der Investoren spürt auch die öffentliche Verwaltung, die mit ihrem Immobilienvermögen wiederkehrende Erträge erzielt.

Da es sich um ein neueres Phänomen handelt, ist es noch kein durchgängiger Aufschwung, sondern einer, der sich auf bestimmte Gebiete und Objekte konzentriert. Die internationalen Fonds haben einen tiefgreifenden Zyklusumschwung festgestellt und lechzen nach renditeträchtigen Objekten, aber derzeit legt keiner von ihnen den Schwerpunkt auf den Kauf und die Entwicklung von Grundstücken.

Price_change_spain

Aufgrund starre Investmentregeln konzentriert sich die Nachfrage auf Prime-Objekte in Madrid und Barcelona.

In diesem Investitionsstrudel erholt sich der Wohnungssektor, der in Spanien traditionell das Zugpferd der Branche war, noch nicht.

Bei Objekten, die Renditen generieren (Geschäftsräume, Büros) ist starke Aktivität, ja sogar Euphorie, zu verzeichnen.

Spanien hat derzeit, bezogen auf 2006, eine Hypothekenzahl von 20 %. Dieses Land braucht 600.000 Hypotheken pro Jahr und nicht 200.000, wie es im Moment der Fall ist. Die Rückkehr zur Finanzierung ist entscheidend.

Der Grundstücksmarkt ist noch nicht voll entwickelt, es gibt nur Raum für sehr übersichtliche Geschäfte in zentralen Lagen. Der übrige Markt ist vollkommen gelähmt.

Derzeit entwickeln sich neue, vielsprechende Schlüsselmärkte: die neuen Bau- und Sanierungsmodelle. An die Stelle des früher üblichen Wohnungseigentums tritt  heute vielfach die Miete. Viele Menschen im Alter von 30 oder 40 Jahren können keine eigene Wohnung kaufen. Daher ist es wichtig, den Wert der Anlagen durch Sanierungen zu erhalten.

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