Die offizielle Bezeichnung lautet „Sondersteuerregelung für Arbeitnehmer, Freiberufler, Unternehmer und Investoren, die in das spanische Hoheitsgebiet entsandt werden“, und ist in Artikel 93 des Gesetzes 35/2006 festgelegt. Es handelt sich um eine besondere Steuerregelung, die es Ausländern, die sich in Spanien niederlassen, ermöglicht, einen festen Einkommensteuersatz zu zahlen. Dieser Pauschalsatz beträgt 24 Prozent und gilt nur für in Spanien erzielte Einkünfte. Voraussetzung ist, dass ein neuer Arbeitsplatz in Spanien vorhanden ist, der den Umzug in das Land rechtfertigt. Der feste Satz von 24 Prozent gilt bis zu einem Jahresgehalt von 600.000 Euro. Alles, was darüber liegt, wird mit 47 Prozent besteuert.

Die 24 Prozent kann sechs Jahre lang angewandt werden, und zwar ab dem Jahr der Ankunft in Spanien plus weitere fünf Jahre. Diese besondere Steuerregelung erstreckt sich auf den Ehepartner und die Kinder unter 25 Jahre.

Der Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit der Arbeitnehmer muss in Spanien liegen. Es ist jedoch möglich, Arbeit und Einkommen aus dem Ausland zu beziehen, solange es nicht mehr als 15 % des Gesamteinkommens ausmacht.

Um in den Genuss dieser Beckham-Regelung zu kommen, muss man nicht nur in Spanien arbeiten, sondern auch eine Reihe von Anforderungen erfüllen:
·       Man hat sich in den letzten 5 Jahren nicht in Spanien aufgehalten.
·       Man ist zu Arbeitszwecken nach Spanien gekommen. Das heißt, man hat vor der Einreise ein Stellenangebot erhalten oder man ist von einem ausländischen Unternehmen nach Spanien versetzt worden. Es gilt auch, wenn man zum Geschäftsführer eines Unternehmens in Spanien ernannt wurde (wenn es sich um eine Vermögen-Verwaltung-Gesellschaft handelt, darf man nicht mehr als 25 Prozent des Kapitals besitzen).
·       Das Unternehmen, für das man arbeitet, muss spanisch sein und darf keine Niederlassung oder Betriebsstätte eines ausländischen Unternehmens sein.
·       Der Antrag auf Beitritt zu dieser Sonderregelung muss spätestens sechs Monate nach Aufnahme der Arbeit gestellt werden.
·       Man kommt nach Spanien, um als hochqualifizierte Arbeitskraft Dienstleistungen für Start-up- oder F&E&I-Unternehmen zu erbringen (sofern mindestens 40 % des Umsatzes aus diesen Tätigkeiten stammen).
·       Infolge der Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit in Spanien, die als unternehmerische Tätigkeit eingestuft wird (Artikel 70 des Gesetzes 14/2013), die innovativ und von besonderem wirtschaftlichem Interesse für das Land ist und für die ein positiver Bericht der zuständigen Stelle der Allgemeinen Staatsverwaltung vorliegt.

Mit dem neuen Gesetz 28/2022 vom 21. Dezember, dem so genannten „Startup-Gesetz“, ist das „Beckham-Gesetz“ ab 2023 auch für Fachleute, Investoren oder Unternehmer zugänglich, die ihre Dienstleistungen per Computer oder telematisch erbringen, die so genannten „digitalen Nomaden“. Ein internationales Visum für Telearbeiter ist erforderlich.

Wer fällt nicht unter das Beckham-Gesetz?
·       Freiberufler
·       Berufssportler und Athleten
·       Direktoren von Unternehmen ohne Handelsrechtliche-Natur

Wie bereits erwähnt, wird die Steuer ausschließlich auf Einkünfte erhoben, die im spanischen Hoheitsgebiet erzielt werden. Daher werden im Ausland erzielte Einkünfte in Spanien nicht besteuert.  Dies ist der Vorteil dieser Regelung, da ein «normaler» Sterupflichtiger je nach Einkommen bis zu 47 Prozent zahlen kann. Kapitalerträge (Dividenden, Aktienverkäufe, Zinsen usw.), die im Ausland erzielt werden, sind ebenfalls von der Besteuerung in Spanien ausgenommen und müssen nur im Quellenland versteuert werden. Werden Kapitalerträge in Spanien erzielt, müssen sie in Spanien zu Sätzen zwischen 19  und 28 Prozent, je nach Höhe, versteuert werden.

Ein Beispiel: Eine Person, die unter das Beckham-Gesetz fällt und ein Gehalt von 600.000 Euro bezieht, zahlt 144.000 Euro (24 %). Eine Person, die nicht unter diese Regelung fällt und in Spanien wohnt, würde mit ca. 47 % (*) besteuert, d. h. sie würde 277.000 Euro zahlen. 

(*) Dieser Satz hängt von der autonomen Gemeinschaft, der Familiensituation usw. ab.

Die in Spanien leider immer noch existierende Vermögensteuer ist nur auf das in Spanien befindliche Vermögen zu entrichten. Es sollte jedoch bedacht werden, dass im Allgemeinen das Nettovermögen in Spanien mehr als 1.000.000 Euro betragen müsste, so dass die meisten Personen keine oder nur sehr wenig an Vermögensteuer zahlen werden.

Es besteht auch keine Verpflichtung, das „Modelo 720“ einzureichen. Bei diesem Formular handelt es sich um eine informative Erklärung über das im Ausland gehaltene Vermögen.

Was die Erbschafts- und Schenkungssteuer betrifft, so haben „Impatriates“ nach dem „Beckham-Gesetz“ für die Zwecke dieser Steuern den Status von Steuer-Residenten. Die Person wird von der Autonomen Gemeinschaft besteuert, in der sie innerhalb Spaniens wohnt. Dies gilt für alle Vermögenswerte, unabhängig davon, ob sie sich in Spanien befinden oder nicht. Wenn ein Auswanderer beispielsweise auf den Balearen lebt, zahlt er zwischen 1 % und 20 % Erbschaftssteuer, wobei 1 % auf die ersten 700.000 Euro entfällt. Im Falle von Schenkungen an direkte Verwandte beträgt der Steuersatz 7 % (für andere Autonome Gemeinschaften, bitte nachfragen).

Nachteile des „Beckham-Gesetzes“:
Es können Fälle von Doppelbesteuerung auftreten, da die meisten Doppelbesteuerungsabkommen, die Spanien mit anderen Staaten unterzeichnet hat, nicht anwendbar sind. Dies ist ein Aspekt, der von Fall zu Fall geprüft werden muss.

Es gibt auch eine Reihe von Ausgaben, die nicht abzugsfähig sind, wie zum Beispiel der Abzug von Sozialversicherungskosten.

Auch Abfindungen sind nicht steuerfrei, und der Abzug für Nachkommen oder Familienangehörige kann nicht in Anspruch genommen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das „Beckham-Gesetz“ den Vorteil des Satzes von 24 Prozent und einige Nachteile aufweist. Jede Situation muss individuell analysiert werden. Diese Analyse wird vor allem dazu dienen, festzustellen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, und auch zu bewerten, ob die Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen.

Sobald die Entscheidung gefallen ist, ist es wichtig, die Fristen einzuhalten. Fristen für den Umzug nach Spanien, für die Arbeitsaufnahme und für die Beantragung der Regelung. Daher müssen Sie weit im Voraus planen.

Unsere Kanzlei steht allen zur Verfügung, die mit dem Gedanken spielen, nach Spanien zu ziehen und diese Sonderregelung in Anspruch zu nehmen. Wir analysieren Ihre Situation und erstellen in den meisten Fällen einen Bericht, mit dem Sie feststellen können, ob die Regelung für Sie günstig ist. Wenn ja, reichen wir den Antrag bei den spanischen Steuerbehörden ein. Dieser Antrag wird auf elektronischem Wege gestellt und enthält eine Reihe von Dokumenten, die unter Einhaltung bestimmter Anforderungen eingereicht werden müssen. Dies ist wichtig, denn wenn der Antrag abgelehnt wird, kann er nicht erneut gestellt werden.

Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, wir können jedoch keine Haftung für die Verwendung des Inhalts übernehmen. Eine persönliche Beratung ist immer empfehlenswert. Stand Juli 2023.
 
 
 

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