Im November 2023 verabschiedete das Parlament der Balearen das Gesetz, das eine Befreiung von der Erbschaftssteuer zwischen Eltern und Kindern, Enkeln und Großeltern sowie Ehegatten vorsieht. Schenkungen an Kinder und Enkelkinder für deren ständigen Aufenthalt werden ebenfalls gestrichen.

Die Erbschaftsteuer wird auch um 50 % reduziert, wenn es sich um Erbschaften zwischen Geschwistern oder zwischen Neffen und Onkeln handelt, falls diese keine Nachkommen haben, oder um 25 %, wenn es in diesen Fällen direkte Nachkommen gibt.

Die Ausarbeitung des Dekrets 4/2023 vom Juli wurde zum Anlass genommen, einige schwerwiegende Fehler zu korrigieren, wie zum Beispiel die diskriminierende Behandlung von Nachfahren, die nicht auf den Inseln ansässig sind.

  1. Erbschaften zwischen Eltern und Kindern, Ehegatten sowie Großeltern und Enkeln oder Urenkeln

Die Steuer entfällt für jedes ererbte Vermögen und verliert ihre frühere Progression ab 700.000 Euro.

  1. Was wurde bisher gezahlt?

Bis zur Inkraftsetzung des Gesetzes des Govern zahlten Eltern und Kinder, Ehegatten sowie Großeltern und Enkel oder Urenkel 1%, wenn das Erbe 700.000 Euro nicht überstieg, d.h., die Steuervergünstigung betrug 99%. Ab diesem Betrag stieg der Satz progressiv auf 8%, 11%, 15% und schließlich auf 20%, je nach ererbtem Vermögen.

  1. Erbschaften zwischen Geschwistern oder zwischen Onkeln und Neffen

Diese Steuern werden um 50% reduziert, wenn es sich bei den Erben um Geschwister oder Onkel und Neffen handelt, sofern keine direkten Nachkommen vorhanden sind, und um 25%, wenn es direkte Nachkommen gibt.

  1. Was wurde bisher gezahlt?

 Für diesen Erben betrug der anwendbare Satz vor dieser Govern-Reform zwischen 7,65% und 34%, abhängig vom Wert des geerbten Vermögens abzüglich der Schulden.

  1. Was gilt für Nichtansässige?

Der neue Text hat den Teil des Gesetzes korrigiert, der gegen das EU-Recht verstieß, da er Nichtansässige diskriminierte. Das bedeutete, dass, wenn ein mallorquinischer Vater sein Vermögen an mehrere Kinder hinterließ oder ein Großvater mehrere Enkel hatte, die in Spanien lebten, von der Erbschaftssteuer befreit wurden, während diejenigen, die in Deutschland oder dem Vereinigten Königreich lebten, weiterhin Steuern zahlen mussten. Dieser Punkt wurde korrigiert.

  1. Verpflichtung zur Angabe des Immobilienwerts in den Urkunden mit einer maximalen Erhöhung von 20%

Der Wert der Immobilien muss bei deren Erwerb in der öffentlichen Urkunde (Annahme des Erbes – Aceptación de Herencia) angegeben werden, der in keinem Fall den Referenzwert um maximal 20% überschreiten darf. Wenn kein Referenzwert vorhanden ist oder nicht zertifiziert werden kann, wird der Marktwert berücksichtigt. Laut Vizepräsident Antoni Costa: „Die Absicht dieser Regierung ist es, künstliche Wertsteigerungen von Immobilien zu vermeiden, die darauf abzielen, die Einkommensteuer (IRPF) zu umgehen, wenn die Immobilie später vom Erber verkauft wird.

Steuetipp: In Fällen, in denen die Anwendung des Multiplikators von 1,20 auf den Referenzwert dazu führt, dass der Wert der Immobilie deutlich unter dem Marktwert liegt, wird die Alternative des Verzichts auf die jetzt eingeführte Befreiung von der Erbschaftssteuer und die Anwendung des nicht ermäßigten Steuersatzes in Betracht gezogen (siehe Punkt 2).

  1. Der Referenzwert für Immobilien wird rückwirkend bis zum 18. Juli eingeführt Die Änderungen bezüglich des Referenzwerts werden rückwirkend auf den 18. Juli festgelegt, als das Dekret 4/2023 in Kraft trat (im Juli-Dekret wurde der Referenzwert übernommen, ohne ihn um 20 % zu erhöhen). Der Kabinettsminister erklärte, dass dies auch für Fälle gilt, in denen die Steuerpflichtigen bereits eine Selbsterklärung gemäß der Fassung des Juli Dekretsgesetzes vorgelegt haben: „Wenn der Steuervorteil durch die endgültige Formulierung verbessert wurde, kann die Änderung der Selbserklärung beantragt werden.“

  2. Die Besteuerung von Schenkungen von Immobilien zur Bildung des Hauptwohnsitzes (Hauptdomizil) wird abgeschafft

Die Besteuerung von Schenkungen von Immobilien, die als Domizil der empfangenden Person dienen sollen, wird abgeschafft, sofern es sich um ein Kind oder einen Nachkommen des Schenkers handelt. Wenn der Beschenkte Inhaber eines Großfamilienausweises ist oder eine physische Behinderung von mindestens 65% oder eine psychische Behinderung von mindestens 33% hat, ist es nicht erforderlich, dass es sich um die erste Hauptwohnung handelt. Darüber hinaus wird die Steuer bei Schenkungen an Nachkommen für den Erwerb der ersten Hauptwohnung abgeschafft. Die Grenzen an das Vermögen oder Alter des Beschenkten oder den Betrag der Schenkung werden ebenfalls aufgehoben.

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