Das Allgemeine Haushaltsgesetz der Balearen für das Jahr 2024 enthält eine relevante Änderung in der Besteuerung der Vermögenssteuer (Impuesto sobre el Patrimonio). Diese Änderung besteht in der Erhöhung des Freibetrags, der von 700.000 auf 3.000.000 Euro angehoben wird. Auf diese Weise müssen die auf den Balearen ansässigen Steuerpflichtigen, die diese Steuer aufgrund eines Nettovermögens von mehr als 700.000 Euro (der Betrag, der bis 2023 als Freibetrag festgelegt war) entrichtet haben, für das Haushaltsjahr 2024 keine Vermögenssteuer auf die ersten 3.000.000 Euro des Nettovermögens zahlen.

Wir wissen nicht, ob es sich um einen Fehler in der Formulierung des Gesetzes handelt (es ist nicht das erste Mal, dass dies passiert), aber die Erhöhung des Freibetrags von 700.000 auf 3 Millionen Euro würde nur für Residenten auf den Balearen gelten. Mit anderen Worten, sie gilt nicht für Nicht-Residenten, die auf den Inseln Immobilien besitzen. Dies wäre ein klarer Fall von Diskriminierung von Bürgern innerhalb der Europäischen Union. Wir gehen davon aus, dass diese Verordnung geändert werden wird.

Die Anwendung auf Gebietsfremde würde in der Praxis Folgendes bedeuten: dass ein Ehepaar, das ein Haus im Wert von bis zu 6 Millionen Euro kauft, von der Vermögenssteuer befreit wird. Dies würde die steuerlichen Gestalltungen vereinfachen, nach denen Ausländer hochwertige Immobilien über ausländische Gesellschaften kaufen. Bitte beachten Sie, dass es in dieser Hinsicht Änderungen gab und dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit dieses Modell funktioniert (wir haben dies bereits in einem früheren Artikel besprochen).

Beispiel für die Anwendung des am Ende dieses Artikels aufgeführten Steuertarifs:

Die Eheleute Klaus und Ulrike Müller sind Miteigentümer einer Finca auf Mallorca, die sie im Jahr 2023 zum Preis von 7.000.000 Euro gekauft haben. Beide haben keinen Wohnsitz in Spanien. Die Finca ist nicht mit einer Hypothek belastet.

Jeder von ihnen besitzt ein Vermögen von 3.500.000 Euro (7.000.000 / 2).

Der Mindestfreibetrag für jeden von ihnen beträgt 3.000.000 Euro. Damit verbleibt ein nicht steuerbefreiter und daher steuerpflichtiger Vermögenswert von 500.000 Euro. Nach der Tarif beträgt der Grenzbetrag in der ersten Spalte (Bemessungsgrundlage ab Euro), der diesen Betrag nicht übersteigt, 340.937,04 Euro. Für diese erste Bemessungsgrundlage zahlen sie 1.176,23 Euro (zweite Spalte). In derselben Zeile werden 0,69 % auf den Restbetrag angewandt (500.000 – 340.932,71 = 159.067,29 x 0,69 % = 1.097,56 Euro). Die zu zahlende Vermögensteuer beläuft sich also auf 1.176,23 + 1.097,56 = 2.273,79 Euro für das Jahr 2024 jeweils für Herrn und Frau Müller.

Wir dürfen jedoch nicht sorglos sein. Wir müssen uns über die politischen Umstände des Landes im Klaren sein. Die sozialistische Zentralregierung Spaniens regiert derzeit dank eines Koalitionspakts mit mehreren Parteien: Neokommunisten, katalanische und baskische Unabhängigkeitsparteien. Zu den zahlreichen Zugeständnissen, die die sozialistische Partei diesen Parteien machen muss, gehört die Steuerharmonisierung auf staatlicher Ebene. Es sei daran erinnert, dass die Erbschafts- und Vermögenssteuer an die jeweiligen autonomen Gemeinschaften (das Äquivalent zu den deutschen Bundesländern) abgegeben wurde. Die meisten dieser autonomen Gemeinschaften werden von der konservativen Volkspartei (PP) entweder allein oder in Koalition mit VOX, dem spanischen Äquivalent der deutschen AfD, regiert. Katalonien wird natürlich weder von der PP noch von VOX regiert, sondern von nationalistischen, unabhängigheitsliebenden und linken Parteien. Da diese Region in einem enormen Haushaltsdefizit steckt, kann sie auf beide Steuern nicht verzichten und übt Druck auf die Zentralregierung aus, um diese Verfügungsfreiheit der anderen Regionen zu beseitigen, entweder durch ein neues Gesetz zur Finanzierung der autonomen Gemeinschaften oder durch die Schaffung neuer staatlicher Steuern, die als Schirm über den derzeitigen Gesetzen zur Vermögens- und Erbschaftssteuer fungieren würden. Diese Schirmgesetze würden bedeuten, dass die autonomen Gemeinschaften, selbst wenn sie, wie es die Balearen jetzt getan haben, Boni oder erhöhte Freibeträge einführen, sich der Besteuerung nicht entziehen können. Sollte dies geschehen, werden die autonomen Gemeinschaften zweifellos Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgericht einlegen, was Jahre dauern könnte. Ich erkläre dies alles, damit wir uns nicht auf langfristige Strategien einlassen, in der Hoffnung, dass diese kürzlich eingeführten Steuervorteile für immer Bestand haben werden. Wir freuen uns natürlich über sie und begrüßen sie, aber wir drücken unsere Freude mit großer Vorsicht aus.

Tarif der Vermögenssteuer auf den Balearen

Bemessungsgrundlage ab Euro Steuerbetrag in Euro Rest der Bemessungsgrundlage bis Euro Steuersatz (%)
0 0 170.472,04 0,28
170.472,04 477,32 170.465,00 0,41
340.937,04 1.176,23 340.932,71 0,69
681.869,75 3.528,67 654.869,76 1,24
1.336.739,51 11.649,06 1.390.739,49 1,79
2.727.479,00 36.543,30 2.727.479,00 2,35
5.454.958,00 100.639,06 5.454.957,99 2,90
10.909.951,99 258.832,84 Beträge darüber hinaus 3,45

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